S. Marco Pass - Morbegno
   
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Da Bergamo a Coira lungo le vie storiche
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ALLGEMEINE HINWEISE

Charakterisierung der Flora und Fauna

 
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KARTEN

Von S.Marco Pass nach Morbegno
Cirillo Ruffoni

Was den Vorschlag der touristischen Nutzung der Via Priula auf der Strecke, die das Tal Valle del Bitto di Albaredo ausgehend vom oder über den San Marco Paß durchquert, anbetrifft, so handelt es sich hierbei nicht nur um einen Ausflugsweg, sondern um eine Gelegenheit, noch im Territorium lebendige naturwissenschaftliche, ethnographische, kulturelle und traditionelle Aspekte aus der Nähe kennenzulernen. Wenn wir dabei der vorgesehenen Route von Bergamo bis Chur folgen, wählen wir die Strecke, die vom S. Marco Paß aus hinunter nach Morbegno führt.
Das Tal Valle del Bitto di Albaredo liegt eingebettet im Regionalpark der Veltliner Orobischen Alpen. Aus diesem Grund sind hier interessante naturwissenschaftliche Aspekte erhalten geblieben, und zwar sowohl in Bezug auf die Landschaft wie das Vorhandensein einer typisch alpinen Flora und Fauna. Unlängst wurde die Anwesenheit eines seltenen Heteroptera-Insekts entdeckt, einer endemischen italienischen Spezies, die man in Steppengraslandschaften findet, deren Areal sich von Val Canonica bis zum S. Marco Paß erstreckt. Die Hauptcharakteristik dieser Gegenden ist aber immer noch das Wirken des Menschen, der weiterhin ein ausgewogenes Verhältnis zu seiner Umgebung pflegt, wobei die Arbeit auf den Almen von Lago, Piazza, Pedena, Orta Vaga und Soliva, Vesenda und Garzino eine signifikante aktuelle Ausdrucksform der Gebirgskultur darstellt.

S. Marco Pass - Marco - Morbegno

Der Bitto-Käse
Bitto KaseBegeht man die Via Priula im Sommer, kann man die Herden auf den Weiden dieser Almen beobachten, die zu dem Gebiet gehören, in dem der Bitt entstand und bekannt geworden ist. Hierbei handelt es sich um einen fetten Bergkäse, der schon im sechzehnten Jahrhundert berühmt war und dessen Name von dem Sturzbach stammt, der durch die Täler Gerola und Albaredo fließt. Er wird ausschließlich auf Hochgebirgsweiden aus Kuhvollmilch gewonnen, der auch die Milch der auf den Weiden grasenden Ziegen hinzugefügt wird, und zwar in einem Prozentsatz von etwa 10%. Die besonderen Verhältnisse der Almen des Bitto-Tals haben die Hirten seit Urzeiten zum Wechseln der Weiden veranlaßt. Die Herden werden dabei jeweils auf andere Weiden getrieben, wo sich Berghütten oder einfache gemauerte Strukturen befinden, die mit einer Zeltplane (calecc‘) abgedeckt werden. Dort halten sich die Hirten auf und verarbeiten die Milch, gewöhnlich zweimal täglich, unmittelbar nach dem Melken. Ist ein Abschnitt der Weide abgegrast, wird die Herde von den Hirten zu einer anderen Berghütte getrieben, und so weiter, bis zum Ende der Weidezeit. Die erzeugten Formen, die gewöhnlich eine Größe aufweisen, die zwischen 10 und 20 kg schwankt, werden sofort zur Käserei der Alm gebracht, wo sie gesalzen werden und eine erste Reifezeit durchlaufen. Der Bitto-Käse hat eine strohgelbe Färbung und in seiner klassischen Form eine kleine, spärliche „Hühneraugenartige“ Lochung. Wird er frisch verzehrt, nach einer Mindestreifung von zwei Monaten, ist er weich, butterig, mild, schmackhaft, mit einem zart haselnussigen Nachgeschmack. Je länger er reift, desto fester wird seine Konsistenz und desto entschiedener sein Geschmack. Der Bitto ist eine der Käsesorten, die am längsten reifen können, teils bis zu zehn Jahre lang. In diesen Fällen können die Formen, von denen keine aussieht wie die andere, einmalige und unverwechselbare Aromen annehmen. In den „Maggenghi“, das heißt dem Gürtel, der zwischen dem eigentlichen Dorf und der Alm liegt, ist es indes noch möglich, Bauernfamilien anzutreffen, die, bevor sie auf die Alm steigen, einen mageren Käse herstellen, der mit dem alten Wort matüsc bezeichnet wird.

Der Matüsc von Barilocc
Der Matüsc ist ein Käse, der während der Transhumanz in den Maggenghi (Maiensässen) des Bitto di Albaredo-Tals vor dem Aufstieg auf die Weiden und im Herbst bei der Rückkehr hergestellt wird. Er wird mit handwerklichen Methoden hergestellt, aber Geschmack und Qualität sind etwas ganz Besonderes, weil die Kühe auf Weisen grasen, deren Kräuter dem Käse einen ganz speziellen Geschmack und Duft verleihen. Er ist nicht einfach zu fi nden, weswegen man ihn am besten bei den wenigen Familien, die noch zu den Maggenghi aufsteigen, vorbestellt.

Homo SalvadegoDie Statue der Madonna di Montenero von Albaredo
Die Einwohner von Albaredo waren in der zweiten Hälfte des achtzehnten Jahrhunderts nach Livorno emigriert.
Zu unrecht des Diebstahls beschuldigt, gelobten sie der Madonna di Montenero*, dass sie, sollte ihre Unschuld bewiesen werden, die Statue zu Fuss vom Berg Montenero nach Albaredo hinunterbringen würden.
In der Tat wurde die Statue 1790 über den S. Marco Pass und die „Via Prìula“ in die Pfarrkirche von Albaredo gebracht, wo sie jeden ersten Julisonntag mit einer eindrucksvollen Prozession gefeiert wird.

Die Camera Picta des Homo Salvadego in Cosio im Val Gerola
Wenige Minuten von Morbegno entfernt, kann man, in Richtung des Tals Valle del Bitto di Gerola hoch steigend, im Ortsteil Sacco der Gemeinde Cosio Valtellino das Museum des Homo Salvadego besuchen, wo Fresken aus dem Jahre 1464 und besonders jenes des Homo Salvadego aufbewahrt werden. Die Camera Picta scheint von gewissen Baschenis aus Averara (Valle Brembana) geschaffen worden zu sein, die ihre Kunst von ihrem Herkunftsort in andere Alpentäler trugen. Dieser Umstand ist ein weiterer Beweis für die historischen Verbindungen, die früher zu der nahe liegenden Umgebung von Bérgamo bestanden. Die erste Verbindung zwischen dem Veltlin und dem Valle Brembana erfolgte in der Tat noch vor dem Bau der „Via Prìula“ über den Verrobbio Pass, der zu jener Zeit Morbegno Pass genannt wurde.

 
 
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