Caratterizzazione floristica e faunistica
   
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Da Bergamo a Coira lungo le vie storiche
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ALLGEMEINE HINWEISE

Charakterisierung der Flora und Fauna

 
HISTORISCHEN STRAßEN
01 Bergamo
S.Marco Pass
02 S.Marco Pass
Morbegno
03 Morbegno
Dubino
04 Dubino
Chiavenna
05 Die Strasse
des Bergells
06 Chiavenna
Splügenpass
07 Splügenpass
Chur
KARTEN

SteinbochDie antiken Strassen „Via Prìula“ und „Via Spluga“ ausgehend vom südlichen Hang der Orobischen Alpen zu begehen, um den Kanton Graubünden zu erreichen, bedeutet grosse Höhenunterschiede zu überwinden und eine Reihe von bestimmten ökologischen Abfolgen zu durchqueren, das heisst von Ökosystemen, die sich jeweils durch eine besondere Vegetation und Fauna auszeichnen und sich je nach Höhenlage und Klimaverhältnissen aneinanderreihen. Es handelt sich dabei in vielen Fällen um besonders interessante Ökosysteme, die verschiedenen Umweltschutzmassnahmen unterliegen, um ihre naturwissenschaftlichen Haupterscheinungsformen zu wahren.Die Trasse der „Via Prìula“ windet sich durch zwei wichtige Naturschutzgebiete der Region Lombardei: Den Parco Regionale delle Oròbie Bergamasche und den Parco Regionale delle Oròbie Valtellinesi (Regionalpark der Bergamaskischen Orobischen Alpen und Regionalpark der Veltliner Orobischen Alpen). Am Ausgangspunkt im Tal Val Brembana kann man auf der Strecke frische, schattige Laubbaumwälder bewundern, die sich durch Buchen, Steinbuchen, Nussbäumen, Erlen, Eschen und Birken auszeichnen, die nach 1000 m Höhe durch Nadelbaumwälder ersetzt werden, in denen bis auf etwa 2000 m die Rottanne vorherrscht. Das Gebiet Gemeinschaftlicher Bedeutung GGB (Sito di Importanza Comunitaria - SIC) Val Parina wird von der Route nur gestreift, während der Anstieg in Richtung des orobischen Kamms, vor allem über die Variante des Tals Val Mora, oberhalb von Averara, das GGB „Valtorta und
Valmoresca“ durchquert, mit einer endemischen Spezies, die an der Talsohle entlang wächst (Sanguisorba dodecandra). In der Nähe des S. Marco Passes weicht der Wald dichtem Gebüsch aus rotblättriger Alpenrose, wo es eher feucht und schattig ist, oder aus Wacholder, wo es trocken und sonnig ist. Diese wechseln sich beide jeweils mit Grasflächen ab, die an sonnenbeschienenen Hängen aus Wiesenschwingelfeldern bestehen, einem Grasland aus grobem Büschelngras, zwischen denen im Frühling die haarigen Stile der Alpenanemone - die Korollen aus weissen Blütenblättern trägt wächst, und in denen sich ein Herz aus dichten gelben Stabblättern verbirgt - oder die blauen Kelche des Enzians (Gentiana kochiana) hervorlugen. Wo das Gelände ebener wird, besteht das Weideland vorrangig aus gemeinem Lavendel, in dem unter anderem die unverwechselbaren orangefarbenen Köpfchen der Arnika und die auffallenden Büschel aus gelben Blumenkronen mit violetten Flecken des gepunkteten Enzians (Gentiana punctata) blühen. In den Talkesseln begünstigen Wasseranstauungen die Entwicklung kleiner Torfgruben, wo Sumpfmoos, Moos, Binsen und Riedgras durch die hellen, flaumigen Federbüschel des Wollgrases belebt werden. Nach Überquerung des Passes führt die Strasse weiter in den Regionalpark der Veltliner Orobischen Alpen hinein und insbesondere zum GGB des Tals Valle del Bitto di Albaredo.
Bergab trifft man rückwärts wieder auf die selben Umweltverhältnisse, die man beim Anstieg von Valle Brembana aus schon vorgefunden hat: unterhalb der Weiden das Gebüsch aus Alpenrosen oder Wacholder, dann dichte Nadelbaumwälder und noch weiter unten Laubbaumwälder.
floraAn beiden orobischen Hängen ist eine breit gefächerte Fauna heimisch, die häufig aus seltenen, geschützten Arten besteht, die jedoch leider nicht immer leicht zu erkennen sind. Gelingt es mit einem bisschen Aufmerksamkeit und Glück, in grösseren Höhenlagen Steinböcke zu entdecken, oder auf den Weiden Gruppen von Gemsen, kann man auf hochgelegenen Wiesen und Weiden unschwer Murmeltiere beobachten, vor allem, wenn sie ihre typischen Alarmsignale ausstossen, die schrillen Pfeiftönen ähneln, deren Zweck es ist, ihre Gefährten davor zu warnen, dass am Himmel die Umrisse des Steinadlers aufgetaucht ist, der die Warmluftströme nutzt, um langsam auf der Suche nach Beute über ihren Köpfen zu kreisen. Im Gegensatz dazu sind andere hoch-interessante Spezies sehr viel scheuer und zurückhaltender. Dies ist der Fall beim Birkhuhn (Lyrurus tetrix), der in den Gebüschen an der oberen Waldgrenze heimisch ist, und beim Auerhahn, der in den Nadelbaum- und Mischwäldern lebt. Obwohl beide Vögel nicht gerade klein sind, sind sie überaus diskret und scheu, ausser in der Balzzeit, wenn sich die männlichen Tiere auf Lichtungen und offenen Flächen versammeln, die „Balzarenen“ genannt werden, um gegeneinander um die Eroberung der Weibchen zu kämpfen. Nach dem Abstieg in die Veltliner Talsohle bei Morbegno und wenige Kilometer weiter nach Westen, erreicht man die Kreuzung zwischen dem Veltlin, Valchiavenna und dem Oberen Comer See, wo sich die Ebene Pian di Spagna erstreckt, die zusammen mit den Gewässern des Mezzòla Sees nicht nur durch ein von der Region Lombardei eingerichtetes Naturschutzgebiet, sondern auch durch die Anerkennung als Gebiet gemeinschaftlicher Bedeutung und als Sonderschutzgebiet im Rahmen des Netzwerks „Natur 2000“ geschützt wird. Hier gedeiht die seltenste Vegetation entlang von Streifen, die parallel zum Hauptwasserlauf verlaufen; sie besteht aus Röhricht mit Sumpfschilf, das in Richtung des Ufers in Riedgrasfeldern übergeht, Wiesen, die sich aus Riedgrasbüscheln zusammensetzen und nur bei hohem Wasserstand des Sees überschwemmt werden. Die monotonen Farben dieser Gegend (grün im Frühling und Sommer und gelb im Herbst) werden im Laufe der Jahreszeiten vom lebhaften Gelb der Wasserlilien und vom Purpur des Blutweiderichs durchsetzt. Die spektakulärsten Blüten gehören jedoch den Blattflächen der Wasserpflanzenteppiche, die noch auf einigen Kanälen oder an Teilen von Seeufern zu finden sind. Hierbei handelt es sich um auf dem Wasser schwimmende Vegetationsteppiche, die jedoch dank langer, Stiele fest am Boden verankert sind und unter denen besonders die grossen weissen Blütenkronen der Seerose und die kleineren, runden der gelben Teichrose auffallen. Dieses Mosaik aus Erde und Wasser ist das ideale Biotop insbesondere für Scharen von Zugvögeln, die zweimal jährlich die hohe Mauer der Alpen überwinden, um zwischen den Nist- und Überwinterungsorten hin- und her zu fliegen. Und gerade im Winter wimmelt es in den Gewässern und im Schilf des Naturschutzgebiets von bunten Exemplaren verschiedener Wasservögel, wie der Stockente, der Knäkente, der Pfeifente, der Reiherente, der Tafelente und der überaus seltenen Moorente. Geht man dann durch das Valchiavenna Tal, um die Via Spluga zu erreichen, fällt der Blick besonders auf die ersten Seitentäler des linken hydrographischen Ufers, die ebenfalls von „Natur 2000“ geschützt sind: die Täler Valle dei Ratti und Val Codera.
floraDer untere Teil dieser Hänge wird in der Tat durch eine Vegetation besiedelt, die submediterran genannt wird, weil sie sich durch das Vorhandensein einer normalerweise mediterranen Vegetation auszeichnet, wie Büsche von Erica arborea, die sich zu Beginn des Frühjahrs in Wolken weisser Blümchen verwandeln, und die Büschel mit Ziströschen mit Salbeiblättern, die im Mai blühen.
Ausgehend von Chiavenna verlässt man die Talsohle und beginnt mit dem Aufstieg in Richtung des Splügenpasses.
Hier trifft man wieder auf die ökologische Reihenfolge von Laubbaumwäldern, gefolgt von Nadelbaumwäldern, und weiter oben von Gebüsch, das dann seinerseits in hochgelegenes Weideland übergeht.
Knapp oberhalb des kleines Dorfs Montespluga und bis hinter der Schweizer Grenze sind die Wiesen im Frühling mit prachtvollen Blüten übersät, unter denen die Teppiche der rosa Korollen der Alpenazalee und der roten Primeln auffallen, während man schon etwas genauer hinsehen muss, um das kleine Alpenfettkraut zu erkennen, winzige fleischfressende Pflanzen, die ihre Beute dank ihrer klebrigen Blätter einfangen. Dieses Milieu wird von zahlreichen kleinen Vögeln aufgesucht, die hier am Boden nisten, wie der Steinschmätzer und der Wasserpieper, die Lerche und die prachtvolle Steindrossel, deren Männchen ein auffallendes, schiefergraues Federkleid auf dem Rücken und ein orangefarbenes an Brust und Bauch aufweisen. Nach dem Splügenpass fällt die Route noch einmal ab und durchläuft die mittlerweile bekannte Sequenz immer wieder grandioser Naturschauspiele, bis sie schliesslich in der Talsohle Chur erreicht.

 
 
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